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Welche Codes, welche Knotenpunkte verbinden sich zum gesellschaftlichen Netz unserer Zeit? Wie können Kunst und Kultur dazu beitragen, dass wir die Auswirkungen unseres Handelns auf das fragile Ökosystem, in dem wir leben, besser verstehen? Die Ausstellung versteht sich als eine Einladung, in einer Zeit der Verunsicherung unsere Sinne und Sensibilität zu schärfen: aufmerksam beobachten, zuhören und fühlen, aber auch träumen, imaginieren und erinnern, um uns gemeinsam über die Schwelle in eine andere Zeit zu begeben, in der wir uns als Teil einer komplexen Konstellation voneinander abhängiger Beziehungen verstehen.

Barbara Marcel
1985, lebt und arbeitet in Berlin, DE, und Rio de Janeiro, BR. Ist Künstlerin und Forscherin und lebt seit 12 Jahren in ….. (+)

1985, lebt und arbeitet in Berlin, DE, und Rio de Janeiro, BR. Ist Künstlerin und Forscherin und lebt seit 12 Jahren in Berlin. Sie interessiert sich für die kulturellen Wurzeln der Natur, für die erkenntnistheoretischen Schnittpunkte zwischen Brasilien und Deutschland und für die verschiedenen Kolonialitäten, die das lateinamerikanische Territorium bis heute extraktiv durchdringen. Marcel hat in Rio de Janeiro Filmwissenschaften studiert, war Meisterschülerin am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin und promoviert derzeit als Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung in künstlerischer Forschung an der Bauhaus-Universität Weimar. Parallel zu ihrer individuellen Forschung arbeitet sie häufig mit anderen Künstlern und Künstlerinnen, Forschern und Forscherinnen sowie Aktivisten und Aktivistinnen. Mit ihnen arbeitet sie an Projekten, die mit visuellen und akustischen Werken, Installationen, Vorträgen, Publikationen und partizipativen Workshops ökologische Beziehungen, Prozesse des Denkens und der Praxis in Zeiten des ökologischen Kollapses und zunehmender sozialer Ungleichheiten thematisieren.

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Barbara Marcel
Rauch über den Feuchtgebieten: Plaza Italia / Platz der Würde - Santiago de Chile, 11/2019
35mm Fotografie
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© Barbara Marcel

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Barbara Marcel
Rauch über den Feuchtgebieten: Plaza Italia / Platz der Würde – Santiago de Chile, 11/2019
35mm Fotografie
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Barbara Marcel
Rauch über den Feuchtgebieten: Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen in Concepción
Filmstill (2019-21)
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© Barbara Marcel

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Barbara Marcel
Rauch über den Feuchtgebieten: Luisa Valenzuela – Die Wächterin im Feuchtgebiet Vasco da Gama
Filmstill (2019-21)
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© Barbara Marcel

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Barbara Marcel
Rauch über den Feuchtgebieten: Zelt der Frauen in Santiago de Chile
Filmstill (2019-21)
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© Barbara Marcel

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Barbara Marcel
Rauch über den Feuchtgebiete: Radio Feuchtgebiete
Filmstill (2019-21)
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© Barbara Marcel

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 Artist Recording

Cacerola Informativa, Podcast, 30 Oktober.

1:35:25

© Radio Humedales

 Artist Recording

“Humedales la cabeza a los pajaros”

5:04

© Valentina Villarroel & Fabiano Kueva, Barbara Marcel

 Artist Recording

AOIR Cartografía Sonora - Octubre (Chile despertó) - 15. Fuera Piñera

6:03

© Valentina Villarroel, Barbara Marcel

 Artist Recording

AOIR Cartografía Sonora - Octubre (Chile despertó) - 15. Biobío qué ves

2:55

© Carla Cimarrona, Barbara Marcel

 Artist Recording

AOIR Cartografía Sonora - Octubre (Chile despertó) - 38. Manifestacion Super Lunes 4 Noviembre II

3:06

© Valentina Villarroel, Barbara Marcel

Claudia González
1983, lebt und arbeitet in Santiago de Chile, CL. Ist freie Medienkünstlerin und Leiterin von Bildungsprojekten im ….. (+)

1983, lebt und arbeitet in Santiago de Chile, CL. Ist freie Medienkünstlerin und Leiterin von Bildungsprojekten im Bereich Kunst und Technologie. Seit 2006 entwickelt sie ein Konzept rund um den Begriff der Materialität bei analogen und digital-technologischen Datenträgern für Klanginstallation, Elektronik und Aufzeichnung. González Godoy beschäftigt sich mit dem Verhalten von Materialien in der Zeit und deren Manifestation in der Dimension des Klangs. Ihre Arbeit als Künstlerin und Lehrerin reflektiert die Idee von Technologie – ob alte oder zeitgenössische Technologieträger – bei der die Annäherung an Materialitäten auf Probleme hinweist, die mit der technologischen Entwicklung und den Auswirkungen auf unsere natürliche und künstliche Umwelt verbunden sind.

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Claudia González
Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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© Claudia González

Carola: Wart ihr es also nicht gewöhnt, an den Fluss zu gehen?

Mati: Nein po ( Umgangsprache „dann“) , wenn es ein Bach war, gingen wir immer in die Nähe des Flusses, aber wenn sie uns schickten, um die Ziegen, die Lämmer zu holen, all diese Dinge, die wir am Nachmittag zusammenbringen mussten, damit, weil die anderen alle zur Arbeit gingen, wir waren diejenigen, die übrig blieben, aber ich glaube, ich war 5 oder 6 Jahre alt, 7 Jahre, weil ich  hatte vereinbart, dass wir mit meinen Brüdern gehen, mit den anderen beiden, die älter waren, wir wollten ihnen helfen, weil die Ziegen und die Lämmer eingesperrt werden mussten. Und sie gingen immer dorthin, irgendwo am Fluss, und man musste sie suchen, weil sie nicht allein zurückkamen. Aber wir sind immer viel gelaufen, als wir Kinder waren. Wir sind durch die Gegend gelaufen, wir sind durch die Steine gelaufen.

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Claudia González
Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Claudia González
Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir, trockene Bäume / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir, trockene Bäume / Colbún-Chile, 2021
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© Claudia González

Mati: die Natur po (Umgansprache „dann“) , denn jetzt, zum Beispiel, die Bäume, die du schaust, gibt es nur Bäume, die gepflanzt wurden, zum Beispiel, Kiefern, Eukalyptusbäume. All diese Dinge, die man vorher nicht sah, waren alles natürliche Bäume, zum Beispiel der Peumo, die Haselnussbäume, wo wir als Mädchen lebten, die Begeisterung, zum Haselnusspflücken zu gehen, man musste nur kommen und suchen. Alle diese Dinge waren natürlich, aber jetzt sieht man das nicht, nur Pinien, überall, denn wenn man nach Los Boldos geht, zum Beispiel, nur Pinien

Talo: auf dem ganzen Weg nur Pinien

Mati: früher sah man das nicht

Claudia: Wie sah es vorher aus?

Mati: nur Naturbäume

Talo: alles, Tiere

Claudia: Welche Bäume, welche Pflanzen?

Talo: Welche Bäume waren da?

Claudia: Was für Bäume?

Talo: früher auf den Hügeln, Quillay, Liter, Peumo, Boldo, Espino, Cahuén, Patagua

Mati: Alle diese Bäume, die natürlich waren und von niemandem gepflanzt wurden, kamen von selbst heraus. Und nun sieht man den Maqui nicht am Strassenrand, das heisst, von der Strasse, an der man vorbeikam, voll von Bäumen, die natürliche Früchte tragen.

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Claudia González
Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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© Claudia González

Carola: Sind die Samen, die ihr vorher habt, nicht erhalten geblieben?

Talus: Früher liess man Samen von dem, was man erntete, und man liess Samen übrig.

Mati: die sich jetzt fast jedes Jahr ändern, haben Sie gesehen, dass die Kartoffeln aus der gleichen Gemeinde wechseln. Neulich kam der Neno heraus, der Kartoffelsamen und Weizensamen brachte. Jetzt siehst du alle Vögel, du siehst, da du nie hier kommst, deswegen siehst du sie nicht. (Lachen)

Talo: aber früher fliegen sie in Scharen.

Carola: Und vorher haben sie nichts, keine Chemikalien in die Aussaat gegeben und die keimten sowieso?

Talo: und sehr gut po.

Claudia: Und wie habt ihr die Schädlinge und so kontrolliert?

Talo: keine Seuchen.

Claudia: Sind sie nicht gekommen?

Mati: Ich glaube, genauda man so viele Produkte auf das Land wirft , so viele Dinge zum Säen.

Carola: das Land wird krank po.

Mati: Ja, ich denke schon. Zum Beispiel, auf dem Grundstück, da drüben im Haus, jedes Jahr so viele Dinge, mss man vie le Produkte verwenden,

Carola: und wilde Tiere vor dem Stausee gab es trotzdem mehr oder nicht? Ich weiss nicht, ich habe so eine. . .

Talus: im Winter? Ja, es gab Kaninchhen, Hasen, Rebhühner, kleine Schlangen.

Mati: jetzt sieht man sie fast nicht mehr po.

Talo: In der Ebene, erinnerst du dich, wo es einen grossen Schwarzdorn  am Eingang gibt? Da drüben war eine Schlange, die jedes Jahr das Leder draussen liess, so gross, aber ich habe sie nie gesehen. Wir sahen nur das Leder, wenn sie jedes Jahr das Leder umzog.

Carola: und jetzt ist es sehr selten Schlangen zu sehen.

Mati: Erinnerst du dich, als wir  zu Victoria gingen, jeden Abend kam eine kleine rote Schlange heraus und stand so da (lacht), aber jetzt sieht man sie nicht mehr, naja, jetzt geht man sehr wenig raus. Aber auf dem Grundstück unten.

Talo: aber wo gehen Sie denn hin, gibt es jetzt kein freies Land, überall ist es bevölkert (Lachen) Es gibt überall Häuser, nicht wahr??

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Claudia González
Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir / Colbún-Chile, 2021
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Claudia González
Hydroskopie / Maule: Reservoir der Colbún-Talsperre / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Reservoir der Colbún-Talsperre / Colbún-Chile, 2021
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ANTENA-Schall

Carola: Hör zu! und der Mangel an Wasser, soll das vielleicht bedeuten, dass diese riesigen Gemüsegarten die alle benutzen.....

Mati: Wenn sie die ganze Nacht Wasser sammeln, grosse Pools bauen, Plastik darauf legen, das war es, was ich neulich gesagt habe, wie wird das Plastik sein, das sie dort platzieren, dass sie die Pools nachts füllen, das Wasser fliessen lassen und die Pools füllen. Am nächsten Tag stellen sie die Motoren an und giessen alles.

Talo: Deshalb glaube ich, dass es wegen des Wassermangels ist, dass sie motorisch bewässern müssen. Früher lieβ man nur das Wasser fliessen no más (uns das war alles).

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Claudia González
Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir / Colbún-Chile, 2021
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Claudia: War das vor dem Bau der Stauseen? Sind diese Ihre Erinnerungen? Und glauben Sie, dass der Regenmangel, den es jetzt gibt, vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass sich der Flusswasserlauf verändert hat, dass er sich angesammelt hat, wie Sie sagten, dass es jetzt sehr kalt ist, und dass sich Wasser in den Stauseen ansammelt und verdunstet?

D: Verdunstung. Ja, ich glaube schon, denn ich weiss nicht, das ist alles, was ich denke, denn früher, wie ich Ihnen sage pucha (achso!), hatten wir,alles war ganz anders. Aber jetzt haben Sie fast nirgendwo Wasser. Also, das ist gut, aber das ist warum die Leute protestieren. Es ist gut, dass es Strom gibt, der verkauft wird und so weiter, aber es stellt sich heraus, dass für andere Dinge das Wasser fehlt, das ist wesentlich, das ist die Nahrung für die Landwirtschaft. Das ist, was sie sagten, dass Colbún SA oder Endesa (Stromindustrien) mehr Quoten haben, als ihnen zusteht, dann lassen sie die Menschen ohne Wasser, die Reganten, und sie haben viel mehr, als die Quoten (oder Quoten, ich weiss nicht genau, wie sagt man) ihnen als Unternehmen zustehen.

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Claudia González
Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Bergzug / Colbún-Chile, 2021
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© Claudia González

Claudia: Und wo sind Sie geboren?

Nelly: Nun, Colbún ist gross und die Gemeinde Colbún hat mehrere Sektoren und innerhalb dieser Sektoren befinden sich Colbún Alto, La Guardia, Los Boldos. Ich wurde in La Guardia geboren, La Guardia heisst der Sektor, in dem ich geboren wurde, und in La Guardia, nun, am Ufer des Flusses Maule, viel Leben dort am Ufer des Flusses.

Claudia: Ist La Guardia gut oben?

Nelly: Ja, es sind ungefähr 15 Kilometer, glaube ich, von hier oben. Sie gehen die Sektoren wie am Ufer des Flusses entlang, deshalb ist der erste, der ist Colbun Alto, La Guardia, Los Boldos und so weiter oben die Sektoren, die wie angrenzend an den Fluss Maule waren. Die grosse Mehrheit der Menschen, die dort lebten, hatten ihre Geschichte mit dem Fluss, ja, alle, denn wenn wir spazieren gingen, gingen wir ans Ufer des Flusses, alles, wenn diejenigen, die ihre kleinen Farmen machen, ihre Nahrung hatte auch mit dem Fluss zu tun , weil das Wasser für die Bewässerung herauskam. Ausserdem gab es die Ufer des Flusses, die fruchtbar waren, groβe Landstücke, denn heute, wenn man nach La Guardia geht, sind es Hügel, und es sind die höchsten Teile, die nicht unter Wasser geblieben sind.

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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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D: Ich habe, das heiβt, mir ist etwas mit dem Wasser passiert. Das ist ein Teil davon. Vor meinem Haus war dieser Kanal und ich liebte es, mich an Bäumen aufzuhängen, zu schwingen und ins Wasser zu kommen. Ein Nachbar hat mich zweimal gerettet. Als dann Wasser durch die Gänge kam und von meinem Haus aus grosse Brücken sind, schluckte ich eines Tages einen Schlauch, weil ich, wie ich früher kam, durch die gleichen Vulkane, viel Bornstein kam. Ich habe also auf der groβen Brücke auf den Bauch  gelegt und Steine rausgeworfen, weil sie leicht sind und so. Aber in den Erinnerungen an die Spaziergänge am Fluss, ist es, dass wir alle, die damals nicht alle Badeanzüge hatten, Sie badeten mit einem Rock, mit einem Kleid, mit einer kurzen Hose wir trugen irgendetwas, auch nicht auf der gefährlichen Seite, denn dort bauten wir Teiche und spielten und planschten im Wasser und so. Es war schon, auf ein weiteres Wochenende, zu warten um dorthin zu kommen. Es war eine Freude, aber ich weiss nicht, wie ich Ihnen sagen soll, dass es das Wichtigste war, was wir zu dieser Zeit hatten, weil wir diese Plastikbecken auch nicht hatten. Wenn Sie einen Beeken wollten, benutzen wir einen Waschtrog, wo man wäscht, es ist wahr, Sie wissen, dass es wahr ist. Aber die Spaziergänge bereiteten wir im voraus vor, denn man braucht die Huma (typisches Essen), die man machte, den Tomatenkisten denn wir waren viele. Und nicht nur wir, die sieben Kinder und die Eltern, gingen hin, sondern auch die Groβmutter, der Freund des anderen und so weiter. Aber es war sehr schön.

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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Los Boldos Sektor / Colbún-Chile, 2021
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Gerthy: Änderungen, die ich an der Landschaft gesehen habe. Nun, ich habe von Anfang an mehr Türme als sonst gesehen, seit ich Kindheit und Erinnerung habe. Nun sieht es so aus, als würden Türme wie Pflanzen wachsen, das heisst, man sieht mehr Türme als Bäume, ich sehe ein paar eingedrungene Hügel, ich sehe einen ausgetrockneten Fluss. Der Maule-Fluss war ein supergroβer Fluss, jeder erinnert sich daran, dass, er in der Geschichte einer der stärksten Flüsse hier in Chile ist, und jetzt ist er völlig ausgetrocknet, es gibt keine Fauna, das heisst, man kann keine Tiere mehr sehen, man kann auch nicht angeln gehen, Cachai? (Vertehst du?) Ich meine, dass irgendwie alles gestorben ist.

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Hydroskopie / Maule: Türme und Leitungen / Chile, 2021
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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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© Claudia González

Claudia: Du erinnerst dich an den Klang deiner Kindheit und es war wunderbar, weil du angefangen hast, darüber zu sprechen, was du als Kind gehört hast.

Gerthy: Ja, das sind Dinge, die festgehalten werden, ich begegne  Dinge, die du spürst, wenn sie nicht mehr da sind, wenn du die Abwesenheit von solchen Dingen siehst, Dingen die damals so einfach erschienen, aber wirklich, wie es sich anfühlt. Und jetzt ist das Geräusch wie ein Summen, das den ganzen Tag verborgen ist. Ich meine, hier ist eine Art Schutz, um dieses Geräusch nicht zu spüren, zu Hause sein. Also stell dir vor, ich war früher so offen und jetzt fühle ich mich sicher in meinem Haus, also  es ist  eine groβe Veränderung, es ist gewaltig.

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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Holzeinschlag / Chile, 2021
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ANTENA-Schall

Nelly: Klar, wenn sie genug haben, wird es vielleicht obsolet werden, wie viele Dinge passieren und bleiben, und wir dachten, dass sie nie kommen und bleiben werden? Weil ich heute vielleicht woanders hingehe, aber lassen Sie uns ein Beispiel nehmen, ich denke, dass die Gebäude mit den grössten Einkaufszentren, wie wir sie heute haben, fertig aussehen werden, ja. Und sie sind auch in die Stadt eingedrungen und vielleicht warum? Denn heutzutage hat sich das Internet und alles andere verändert, also ändern sich diese Dinge so schnell, dass wir es vielleicht gar nicht merken, wenn wir wieder flussabwärts sind. Ich weiss nicht, was idenkt ihr?

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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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Claudia: Sie lieben das Wasser, den Fluss. Fühlen Sie etwas Besonderes, wenn Sie den Fluss besuchen?

Nelly: Ja, es ist anders, weil man sieht, wie das Wasser fliesst, wie es andere Farben hat, ich weiss nicht, diese Natur sieht lebendiger aus. Die Idee, den Fluss zu sehen, ist etwas, das Geräusch, alles, was es umgibt, ist anders, weil das Wasser stark fliesst und der Fluss sehr, ich sage immer, der Fluss Maule war ein wildes Tier, ich weiss nicht, wie man ihn abfangen konnte, denn in Wahrheit war es einer der reissendsten Flüsse in Chile. Es kam mit viel Kraft und viel Wasser, weil es so viel regnete. Jetzt ist auch das passiert, dass sich das Wetter im Laufe der Jahre so sehr verändert hat und dass man weniger Wasser sieht, ausserdem werden wir es mit den Stauseen, die oben sind, kaum haben, wie es war, ich weiss nicht, ob sie eines Tages zurückkommen, ich habe die Mündung dort nicht gesehen, wie es ist, weil ich nicht weiss, ob sie dort das Wasser zurückbringen oder was passiert, ich weiss es nicht.

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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Bergzug / Colbún-Chile, 2021
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Claudia: Wie fühlen Sie sich, dass sich die Landschaft seit diesen Jahren verändert hat? Wie sehen Sie das?

Nelly: Ganz anders, denn vielleicht habe ich dort gelebt und die Ecken gekannt, die jetzt überflutet sind, kann ich die Teile erkennen, die ich gekannt habe, weil sie waren, einige Matten, die von den Bergen kommen, die das Wasser von den Hügeln herunterlaufen, diese Matten sind überflutet. Wenn ich dann sehe, wie der See runtergeht, merke ich das, aber das war mit viel Vegetation, mit vielen Bäumen. Es gab Obstbäume, zum Beispiel, wir hatten viele Obstbäume, die verloren gegangen sind, und wir haben andere, die, ich weiss nicht, ob es wegen der Kiefernplantagen oder auch wegen des Sees ist, die nicht die Früchte tragen, die wir hatten, wenn wir die wilden Früchte aβen. Dann viel von diese Dinge sind verloren gegangen, es ist so viel passiert, als der See anfing, sich zu füllen. Der See begann zu wachsen und zu steigen, und nicht jeder zog die Tiere raus. Wildtiere beispielsweise wurden eingesperrt und starben, weil sie gefangen waren und nicht herauskamen. Ich denke, in diesem Sinne gibt es eine sehr grosse Schuld an dem Thema der einheimischen Bäume, denn ich bin auch Naturliebhaber, ich liebe es und alles, was verloren wurde, und  sie nicht zuruckgegeben haben.

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Hydroskopie / Maule: Colbún-Reservoir und Kraftwerk Colbún / Colbún-Chile, 2021
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© Claudia González

Nelly: Kennen Sie das nicht?

Carola: Sie kennen  nicht wie es im Winter ist.

Nelly: Nein, die grosse Arbeit, die hier geleistet wurde, ist, den Damm zu bauen, um dort zu arbeiten, wo sie den Fluss stoppen wollten. Das ist die Arbeit, die groβ gemacht wurde, und man machte eine kleine Mauer  auf der anderen Seite, in El Colorado , wo das Wasser zum Überlaufen kommen sollte, um es zu stauen, konnte man sicher überfluten, weil der andere  Mauer  groβ ist. Also, hier ist das Wasser zwischen zwei Hügeln gekürzt, wo es eigentlich am schmalsten war.

Claudia: Wir haben vom Stausee aus  die Entstehung des Stausees gesehen .

Carola, das ist  El Colorado. Und auf dieser Seite war ein Berg.

Nelly: Ja, zwei Hügel.

Carola: Es ist, als wäre das der Hügel, und das waren die Täler, wo die Häuser waren, dann füllten sie nur Wasser.

Nelly: und das Wasser staute sich zurück und wurde verstopft. Jetzt geht der See runter und dann wieder hoch, denn im Januar...

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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Grund / Chile, 2021
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Also, was ist los? Ich sagte: «Schau, es ist super einfach, du kaufst dir eine Milchblachdose „Nido“ oder ein „ Soprole“ Milchglas oder ein Schachtel von irgendeiner Marke, und du trinkst diese Tasse Milch und du wirst krank, und ich sage dir, warum du krank wirst.  Warum nicht? «denn diese Milch, diese Kuhmilch, die du trinkst, diese Kuh wird mit Fischmehl, sie wird mit reiner Luzerne voller Hormone gefüttert. Wie war die Milch, die wir getrunken haben? Die Milch, die wir getrunken haben, war gut für unsere Gesundheit, warum? Weil die Kuh, die mein Vater auf dem Feld züchtete,  Minze, die Brombeerblätter, die Llantén, die Poleo und all die wilden Kräute gefressen hat, die waren gut die für den Magen, und sie waren in der Milch dieser Kuh. Dann nahm ich ein Glas Milch, es war wie en Medizin, das tat nicht weh. Aber was du hier konsumierst, in der gleichen Glasmilch, enthält Fischmehl, weil sie es den Kühen geben. Mit dem Fleisch ist das gleiche. Das Fleisch einer  Feldkuh hat alle Proteine, die man braucht, weil diese Kuh Gras auf dem Hügel, Kiel, Heilkräuter frisst und alles, was es gibt. Aber du gehst hin und kaufst dir ein Schwein in einer Tierzuchtanstalt, das  mit reinem Dreck gezüchtet wird, denn die Schweine sind leider so. Sie züchten Hühner und geben den Hühnern Fischmehl als Futter, den Hühnern fällt die Kacke aus, sie fischen sie in eine Schale, rühren sie mit Konzentrat und geben es den Schweinen, und die Schweine fressen diesen Müll und das isst du, abgesehen von den Hormonen, die sie injizieren. Das ist es also, was die Menschheit krank macht, die Wissenschaft des Menschen selbst wird den Menschen zerstören.

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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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Claudia: Carola hat mir erzählt, dass du an der Suche nach Wasser beteiligt bist.

Marcela: Ja, vor Jahren. Nun, all das begann damit, dass ich entdeckte, dass ich die Gabe hatte, Wasser zu finden, weil meine Großmutter Wasser fand, sie fand Wasser mit einer Weidenrute, sie fand Wasser mit einer Kupferrute. Eines Tages machte meine Großmutter einen Test mit uns, wir waren alle Kinder, sie hatte etwa 10 Enkelkinder, und sie gab uns allen einen Stock, um nach Wasser zu suchen. Also sagte sie zu uns: <Ja, jetzt will ich wissen, welches meiner Enkelkinder mein Geschenk bekommt>, und sie hatte schon vorher nach Wasser gesucht, wusste also, wo es auf dem Grundstück, auf dem sie lebte, Wasser gab. Und schon fingen wir alle an zu suchen, zu suchen, und die einzige, deren Rute sich bewegte, als sie sich dem Brunnen näherte, war meine po. Und da sagte sie zu mir: "<Du hast die Gabe>", da war ich etwa 9 Jahre alt. Und da fing ich an, sie brachte mir das Wissen bei, wie man nach Wasser sucht, wie man die Tiefe des Wassers sieht, wie breit der Hang ist und so weiter. Es ist also ein Gefühl, dass du dich mit der Energie verbindest, wie ich es ausdrücke, es ist etwas, dass du die Energie des Wassers unter deinen Füssen fährst, weisst du, man verbindet sich damit, man kann fühlen, die Breite und Tiefe kennen, und das ist schön. Wir sind  Menschen, wie soll ich sagen?, zum Beispiel, wenn es zittern wird, passiert es oft, dass ich stehe und fühle, dass es zittern wird, weil ich die Vibration des Bodens vor, wenn gerade, es kann sehr klein sein das Zittern, aber ich fühle sie so sehr mit Schuhen, stehen, fest, ich fühle, wie es sich bewegt.

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Hydroskopie / Mikroskopische Ansicht des Maule-Flusswassers / Chile, 2021
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Marcela: Es ist eine Energie  wie wenn es Ihnen Strom gibt, aber weicher. Du spürst zum Beispiel, wenn du nach Wasser suchst, spürst du diese Energie, die du bekommst, wenn die Stäbe anfangen sich zu bewegen, weil sie mit Wasser in Berührung kommen, und du siehst die Breite dort, du kannst die Breite messen, und abhängig von der Kraft, vom Druck der unterirdischen Strömung, siehst du, wie viel Wasser da ist. Manchmal gibt es Brunnen, die sehr wenig Wasser haben, das darunter fliesst, also ist es etwas, es gibt nictt viel Strömung , aber dann, wenn es genug Wasser gibt,  die Stäbchen bewegen sich zu schnell, und das spiegelt sich in den Händen, man drückt die Stäbchen und sie bewegen sich einfach.

Angela?: Wie fühlst du die Energie?

Dann braucht man manchmal, manchmal ist die Strömung so stark, dass ich Elektrogeräte kaputt mache (Mixer, usw)  manchmal  berühre ich das Bügeleisen berühre  pah! Eines Tages benutze ich einen Mixer und Eingeweide der ..... (nicht zu verstehen). Was ist  also passiert? Eine Dame gab mir ein Geheimnis, sie sagte, wenn ich so energiegeladen bin, sollte ich einen Kupferstab reiben, und ich habe das getan, weil es zu viel war. Also nahm ich eine Kupferstange und fing an, meine Hände zu reiben, damit ich etwas Energie abwerfen konnte, weil ich zu viel hatte.

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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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Hydroskopie / Maule: Fluss Maule / Colbún-Chile, 2021
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Nelly: Nostalgie, weil ich es gerne wieder so sehen würde, wie es war. Ich denke, es wird noch viele Jahre dauern, vielleicht kommen sie irgendwann zurück, aber es wird eine lange Zeit dauern. Ich denke, dass wir alle Licht brauchen, wenn wir kein Licht haben, werden wir auch wütend, deshalb müssen wir auch verstehen, dass es Dinge gibt, die sich zum Wohlstand der groβen Mehrheit  geändert haben, nicht der Minderheit. Vielleicht in diesem Sinne, auch wenn es mir leid tut, muss ich es akzeptieren, aber ich sage Ihnen, dass die ersten Mal, als ich zu gehen  anfing  war es hart,  war es traurig. Erstens, weil, wenn ich zum Beispiel zu meiner Groβmutter ging, teilte ich mit allen den alten Familien dort . Sogar Carolas Familie, von der wir auch kamen, die Groβeltern, alle diese Leute. Wenn die Tante kam, die in Santiago arbeitete, besuchten wir sie alle, denn die Tante machte sich die Arbeit, die ganze Familie zu besuchen, jeden zu begrüssen, die ganze Nachbarschaft. Damals war ich so ein kleines Mädchen, aber ich traf sie und nahm teil, und das sind Dinge, die nicht ausgelöscht werden. Als ich danach ging, war ich schon lange nicht mehr weg, heiratete, und es fiel mir schwer, wieder rauszukommen. Ich weinte, aber ich weinte, weil ich alles vermisste. Ich vermisste meine Vorfahren, meine Spaziergänge am Fluss, meine Sachen.

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Hydroskopie / Maule: Frau Nelly / Chile, 2021
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 Artist recording

Vögelchen, Rincón de Pataguas, Colbún

3:17

© Claudia González

 Artist Recording

Sonido manta, introducción

4:14

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 Artist Recording

Wasserstrom in der Erde

6:05

© Claudia González

Elisa Balmaceda
1985, lebt und arbeitet in Concepción und Santiago, CL. Ist bildende Künstlerin, Pädagogin und Forscherin. Ihre Arbeit ….. (+)

1985, lebt und arbeitet in Concepción und Santiago, CL. Ist bildende Künstlerin, Pädagogin und Forscherin. Ihre Arbeit erforscht die Schnittpunkte zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem durch eine materielle und symbolische Erkundung von Landschaft, Technologie, Zeit-Raum, Zyklen, Ökologie und Umweltzerstörung. Sie hat an verschiedenen Ausstellungen und kulturellen Projekten in Chile, Argentinien, Kolumbien, Spanien, Deutschland, Belgien, Serbien und den Vereinigten Staaten teilgenommen. Balmaceda hat einen Master-Abschluss in Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln und ist derzeit Dozentin am LAB of Art & Ecology der Universität von Concepción, Chile. Darüber hinaus arbeitet sie mit verschiedenen Institutionen, Künstlerinnen und Künstlern und kulturellen Medien in Workshops, kreativen Projekten und Publikationen zusammen.

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Filmprogramm von Florian Wüst
Reform oder Revolution? Reform und Revolution? Die Frage nach dem richtigen Weg zu grundlegenden gesellschaftlichen ….. (+)

Reform oder Revolution? Reform und Revolution? Die Frage nach dem richtigen Weg zu grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen scheitert ein ums andere Mal an der Wirklichkeit der Machtverhältnisse. Dennoch trotzen Menschen der Vereinzelung, überwinden Grenzen, kommen zusammen, um kollektiv zu handeln und für ihre Rechte zu kämpfen. Diesen Raum des Möglichen beleuchten vier Filme von Emanuel Almborg, Johannes Gierlinger, Ane Hjort Guttu und Grace Passô in Bezug auf unterschiedlich verortete Erfahrungen mit sozialen Krisen, politischem Protest und Widerstand. Sie bilden einen Querschnitt des von Florian Wüst kuratierten Filmprogramms von Umbrales, das im Januar 2022 in der ifa-Galerie Stuttgart zu sehen ist.

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Filmprogramm von Florian Wüst
República, Grace Passô, BR 2020, 16'
Film Still
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In República (Republik), einer fesselnden Kurzgeschichte, geschrieben, inszeniert und gespielt von Grace Passô, wird ein Haus zu einem unheimlichen Theater. Schauplatz ist ein Haus während der Quarantäne, verursacht von COVID-19 im Jahr 2020. Der Film, der vollständig in einem Haus in São Paulos Innenstadtviertel República gedreht wurde, spielt auf die reale Erfahrung von sozialer Distanz und Vereinsamung an sowie auf die Möglichkeit, etwas wieder „öffentlich“ zu machen – in einem Land, das gerade eine moralische Krise durchmacht, die durch die Nekropolitik seiner kolonialistischen Regierung noch verstärkt wird.

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Filmprogramm von Florian Wüst
The Nth Degree, Emanuel Almborg, UK 2018, 51'
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Für The Nth Degree initiierte der schwedische Künstler Emanuel Almborg einen Austausch zwischen jungen Menschen aus Hackney in London und Mid Powys in Wales. In Theaterworkshops, die von Konstantin Stanislawskis Schauspielmethode inspiriert wurden, entwickelten sie ein Stück, das zwei historische Momente miteinander verbindet: die Rebecca-Unruhen, ein Aufstand der Bauern gegen private Mautstellen und die Einhegung von gemeinschaftlich genutztem Land in Wales in den 1840er Jahren und die viel späteren Aufstände in London im Jahr 2011. Der Austausch zwischen diesen beiden Gruppen ermöglichte ein besseres Verständnis der Bewegungen, die von Themen wie Rasse, Klasse und Ungleichheit begleitet wurden.

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Filmprogramm von Florian Wüst
This Place Is Every Place, Ane Hjort Guttu NO/SE 2014, 17'
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This Place is Every Place ist ein inszenierter Dialog zwischen zwei schwedischen Frauen mit Wurzeln im Nahen Osten. Den Hintergrund ihres Gesprächs, das im Stockholmer Vorort Tensta stattfindet, bildet der Arabische Frühling. Der Film stellt eine Verbindung zwischen globalen Protestbewegungen und den Aufständen vom Mai 2013 in Husby, einem Vorort im Norden Stockholms her, in dem hauptsächlich verschiedene ethnische Gruppen wohnen. This Place Is Every Place untersucht das Verhältnis zwischen politischen und persönlichen Krisen und verweist auf den weit verbreiteten Verlust des Glaubens an eine alternative soziale Organisation.

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Filmprogramm von Florian Wüst
Die vergangenen Zukünfte, Johannes Gierlinger, AT 2021, 98'
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Die vergangenen Zukünfte ist eine politisch-poetische Reflexion über das Wesen und Wirken von Revolutionen. Exemplarischer Ausgangspunkt dieses essayistischen Films ist die Märzrevolution 1848 in Wien. Was bleibt von einer Revolution? Wann gilt sie als gescheitert und wann und wie manifestieren sich deren Errungenschaften? Johannes Gierlinger verbindet historische Kämpfe mit heutigen Formen des Widerstands und reflektiert, wie sich die Praxis des kollektiven Erinnerns in die Gegenwart einer Stadt und das Handeln ihrer Bewohner:innen einschreibt.

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Filmprogramm von Florian Wüst
República, Grace Passô, BR 2020, 16'
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In República (Republik), einer fesselnden Kurzgeschichte, geschrieben, inszeniert und gespielt von Grace Passô, wird ein Haus zu einem unheimlichen Theater. Schauplatz ist ein Haus während der Quarantäne, verursacht von COVID-19 im Jahr 2020. Der Film, der vollständig in einem Haus in São Paulos Innenstadtviertel República gedreht wurde, spielt auf die reale Erfahrung von sozialer Distanz und Vereinsamung an sowie auf die Möglichkeit, etwas wieder „öffentlich“ zu machen – in einem Land, das gerade eine moralische Krise durchmacht, die durch die Nekropolitik seiner kolonialistischen Regierung noch verstärkt wird.

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Filmprogramm von Florian Wüst
The Nth Degree, Emanuel Almborg, UK 2018, 51'
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Für The Nth Degree initiierte der schwedische Künstler Emanuel Almborg einen Austausch zwischen jungen Menschen aus Hackney in London und Mid Powys in Wales. In Theaterworkshops, die von Konstantin Stanislawskis Schauspielmethode inspiriert wurden, entwickelten sie ein Stück, das zwei historische Momente miteinander verbindet: die Rebecca-Unruhen, ein Aufstand der Bauern gegen private Mautstellen und die Einhegung von gemeinschaftlich genutztem Land in Wales in den 1840er Jahren und die viel späteren Aufstände in London im Jahr 2011. Der Austausch zwischen diesen beiden Gruppen ermöglichte ein besseres Verständnis der Bewegungen, die von Themen wie Rasse, Klasse und Ungleichheit begleitet wurden.

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Filmprogramm von Florian Wüst
This Place Is Every Place, Ane Hjort Guttu NO/SE 2014, 17'
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This Place is Every Place ist ein inszenierter Dialog zwischen zwei schwedischen Frauen mit Wurzeln im Nahen Osten. Den Hintergrund ihres Gesprächs, das im Stockholmer Vorort Tensta stattfindet, bildet der Arabische Frühling. Der Film stellt eine Verbindung zwischen globalen Protestbewegungen und den Aufständen vom Mai 2013 in Husby, einem Vorort im Norden Stockholms her, in dem hauptsächlich verschiedene ethnische Gruppen wohnen. This Place Is Every Place untersucht das Verhältnis zwischen politischen und persönlichen Krisen und verweist auf den weit verbreiteten Verlust des Glaubens an eine alternative soziale Organisation.

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Corinna Aichele alias Elektra Wagenrad (1966, lebt und arbeitet in Berlin, DE) ist Philosophin, Autorin, Hackerin, ….. (+)

Corinna Aichele alias Elektra Wagenrad (1966, lebt und arbeitet in Berlin, DE) ist Philosophin, Autorin, Hackerin, Community-Netzwerk-Aktivistin, Software-Entwicklerin und Elektronik-Ingenieurin. Sie begann im Alter von 10 Jahren mit elektromagnetischen Wellen zu experimentieren und sieht sich selbst als aktives Mitglied einer älteren Generation von Hackern, die sich dem Bereich der Elektronik näherte. Seitdem hat ihr naturgebundenes Verständnis des Lebens eine Verbindung zur Philosophie des Nicht-Denkens. Sie ist Autorin des Buches Mesh und hat Mesh Potato entwickelt, einen drahtlosen Router für Ad-hoc-Netzwerke in Entwicklungs- und Schwellenländern. Elektra war aktiv an der Entwicklung der Mesh-Technologie für Community-Netzwerke bei Freifunk beteiligt und unterrichtete die Nutzung der WiFi-Technologie in Bangladesch, Indien, Chile, Tansania und Südafrika.

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